Diamant
Diamant ist neben Lonsdaleit, Graphit und den Fullerenen eine der vier Modifikationen des Kohlenstoffs und mit einer Mohshärte von 10 das härteste bekannte Mineral. Seine Schleifhärte ist sogar 140-mal größer als die des Korund. Allerdings ist die Härte des Diamanten in verschiedenen Kristallrichtungen unterschiedlich (Anisotropie). Erst deshalb ist es möglich, Diamant mit Diamant zu schleifen. In dem dazu verwendeten Diamantpulver liegen die Kristalle in jeder Orientierung vor (statistische Isotropie) und somit wirkt jede Härte des Diamant auf den zu schleifenden Körper. Diamant ist bei Raumtemperatur und Normaldruck metastabil. Die Aktivierungsenergie für den Phasenübergang in die stabile Modifikation (Graphit) ist jedoch so hoch, dass eine Umwandlung in Graphit bei Raumtemperatur praktisch nicht stattfindet. Diamant kristallisiert im kubischen Kristallsystem und ist in reinem Zustand farblos und transparent, kann aber durch Verunreinigungen in den verschiedensten Farben auftreten; die Strichfarbe ist weiß. Im organischen Molekül Adamantan ist die Konfiguration der C-Atome die gleiche wie im Diamantgitter.
Das Wort leitet sich aus dem spätlateinischen diamantem, Akkusativ von diamas ab, einer gräzisierenden Abwandlung von adamas, akk. adamantem, zu griechisch αδάμας, adámas, „unbezwingbar". Im klassischen Latein wurden als adamas besonders harte Materialien bezeichnet, so etwa von Plinius der Saphir.
Das Gewicht einzelner Diamanten wird traditionell in Karat angegeben, einer Einheit, die 0,200 Gramm entspricht.
Neben dem kubisch kristallisierenden Diamant gibt es auch eine sehr seltene hexagonale Kohlenstoffmodifikation, welche als hexagonaler Diamant oder Lonsdaleit bezeichnet wird.
Ballas (radialstrahlig, faserig) und Carbonado (schwarzer poröser polykristalliner Diamant, der bislang ausschließlich in Zentralafrika und in Südamerika gefunden wurde) sind besondere Diamant-Varietäten, deren Kristallstrukturen durch ungünstige Wachstumsbedingungen vermehrt Gitterfehler aufweisen.
Diamanten bilden sich im Erdmantel unter hohem Druck und Temperaturen, typischerweise in einer Tiefe von etwa 150 Kilometern und Temperaturen von 1200 bis 1400 °C. Die Muttergesteine der Diamanten sind Erdmantelgesteine wie Peridotit und Eklogit. Gasreiche vulkanische Gesteine, so genannte Kimberlite oder Lamproite transportieren Bruchstücke des Erdmantels mit den enthaltenen Diamanten bei ihrer Eruption an die Erdoberfläche, wo man sie in den Pipes, vulkanischen Eruptivschloten, abbaut. Die Transportgeschwindigkeiten aus der Tiefe werden auf wenige Stunden geschätzt, so dass aufgrund der Schnelligkeit keine Phasenumwandlung zu Graphit stattfindet. Diamanten sind Fremd- oder Xenokristalle in Kimberlit und Lamproit und in diesen Magmen chemisch nicht stabil. So kann man an natürlichen Diamanten immer Auflösungserscheinungen beobachten. Von ihren Vorkommen in Pipes können die Diamantkristalle durch natürliche Verwitterungsprozesse, bei denen sie aufgrund ihrer Härte intakt bleiben, abtransportiert werden, und reichern sich dann in Sedimentgesteinen an, die heute eine der Hauptquellen des Minerals darstellen. Solche Vorkommen nennt man alluvial.
Gewonnen werden sie auch in den Pipes der erloschenen Kimberlitvulkane, die senkrecht nach unten, zuerst im Tagebau, dann unter Tage, abgebaut werden. Das Muttergestein wird dabei zermahlen, um die Diamanten zu gewinnen. In Namibia im Südwesten Afrikas kommen Diamanten auch in der Wüste und im Küstenbereich des Meeres unter Wasser vor. Für den Abbau zu Wasser werden spezielle Schiffe eingesetzt, die die Diamanten aus dem Sand waschen.
Mikrodiamanten entstehen vor allem bei Meteoriteneinschlägen: Bei den dabei auftretenden hohen Temperaturen und Drücken wird irdischer Kohlenstoff so stark komprimiert, dass sich kleine Diamantkristalle und auch Lonsdaleiten bilden, die sich aus der Explosionswolke ablagern und noch heute in der Umgebung von Meteoritenkratern wie dem Barringer-Krater nachgewiesen werden können.
Mikrodiamanten kommen auch in Fundstücken von Eisenmeteoriten und ureilitischen Achondriten vor, wo sie vermutlich durch Schockereignisse aus Graphit gebildet wurden. Winzige Diamanten, wegen ihrer typischen Größe von nur einigen Nanometern oft Nanodiamanten genannt, kommen zudem in Form von präsolaren Mineralen in primitiven Meteoriten vor. Irdische Mikrodiamanten wurden zum Beispiel im Erzgebirge, in Griechenland und in Kasachstan gefunden. Die Vorkommen sind an Abschnitte der Erdkruste gebunden, die während einer Gebirgsbildung und Metamorphose unter große Drücke und Temperaturen gebracht wurden.
Das Alter der Diamanten kann anhand ihrer Einschlüsse bestimmt werden. Diese Einschlüsse wachsen gleichzeitig mit dem Diamant, der sie umschließt, und bestehen oft aus Silikatmineralen der Umgebung. Das Alter der Silikatminerale kann mit der Geochronologie anhand ihrer isotopischen Zusammensetzung bestimmt werden; dazu werden hauptsächlich die Zerfallssystematik von 147Sm zu 143Nd und 187Re zu 187Os verwendet. Anhand der inzwischen großen Datenbank an Isotopendaten lässt sich feststellen, dass die Diamantbildung immer wieder zu verschiedenen Zeiten über alle Erdzeitalter hinweg stattfand, und es nicht nur sehr alte Diamanten gibt, die älter als drei Milliarden Jahre sind, sondern auch jüngere, die allerdings immer noch ein Alter von mehreren hundert Millionen Jahren erreichen.
Brillant
Ein Brillant (aus frz. brillant „glänzend, strahlend") ist ein Diamant mit einem speziellen Schliff. Die beiden Begriffe Diamant und Brillant werden aber oft fälschlich als synonym gebraucht. Der Schliff heißt Brillantschliff und wurde um 1910 entwickelt. Er zeichnet sich durch hohe Brillanz aus. Zusätzliche Angaben beim Brillanten wie echt usw. sind nicht erlaubt, da sie irreführend sind. Zwar ist es möglich — und auch nicht unüblich — andere Edelsteine oder Imitate im Brillantschliff zu verarbeiten, jedoch müssen diese dann eindeutig bezeichnet sein (z. B. Zirkonia in Brillantschliff).

Farbe - Colour
|
CIBJO
|
Farbenskala
|
GIA
|
Qualität
|
| Hochfeines Weiß + |
River = blauweiß |
D |
Hoher Farbgrad |
| Hochfeines Weiß |
E |
| Feines Weiß + |
Top Wesselton = feines weiß |
F |
| Feines Weiß |
G |
| Weiß |
Wesselton = weiß |
H |
Mittlerer Farbgrad |
| Leicht getöntes Weiß |
Top Crystal = schwach getöntes weiß |
I |
| Crystal = getöntes weiß |
J |
| Getöntes Weiß |
Top Cape = schwach gelblich |
K |
Unterer Farbgrad |
| L |
Getönt 1 bis Getönt 4 |
Cape = gelblich Light Yellow = schwach gelb Yellow = gelb |
M bis Z |
| Farbige Diamanten |
Fancy Diamonds |
k.A |
k.A |
Reinheit - Clarity
| Lupenrein / IF = internally flawless |
Bei 10x Vergrößerung sind keine Einschlüsse zu erkennen. |
| VVS 1 + 2 = very, very small inclusions |
Sehr, sehr kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung nur sehr schwierig zu erkennen. |
| VS 1 + 2 = very small inclusions |
Sehr kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung schwierig zu erkennen. |
| Si 1 + 2 = small inclusions |
Kleine Einschlüsse, bei 10x Vergrößerung leicht zu erkennen. |
| Piqué 1 = imperfekt |
Einschlüsse, die die Brillanz nicht beeinträchtigen und durch das Oberteil bei 10x Vergrößerung sofort, aber mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen sind. |
| Piqué 2 = imperfekt |
Größere und/oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz etwas beeinträchtigen und durch das Oberteil mit bloßem Auge gut zu erkennen sind. |
| Piqué 3 = imperfekt |
Große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die die Brillanz deutlich beeinträchtigen und durch das Oberteil mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind. |
Quelle: Wikipedia unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
|