Ultraschall
Alle herkömmlichen Tauchbäder leiden unter ein und derselben Krankheit: Nach mehrmaligem Tauchen, bildet sich an der Oberfläche ein grauer Belag, der sich auch durch erneutes Tauchen nicht beseitigen lässt. Ferner wirken diese Bäder zerstörerisch auf Perlen, Malachit, Lapis, Türkis usw. Manche sind zudem auch giftig. In jedem Fall ist aber eine Menge unangenehmer Chemie mit im Spiel, einmal abgesehen von den Kosten.
Man nehme:
Ein Ultaschallgerät mit Heizung, Wasser, Geschirrspülmittel, etwa CALGONIT-Pulver, etwas Seifenreiniger, z.B. FROSCH und ein Batterie-Ladegerät 12-15 Amp., 6-12 Volt. Das Wasser wird im Ultraschallgerät erwärmt und mit dem Geschirrspülmittel dotiert (ca. 1 Teetasse auf 5 Liter). Dazu gibt man einen "Schuss" Seifenreiniger.
Die Lösung arbeitet bei ca 80 °C am besten und sollte vor dem ersten Einsatz erst einmal etwa 15 Min. entgast werden (Gerät einschalten und einfach laufen lassen). Nachdem diese Vorbereitungen erledigt sind, schließen wir das (galvanisch getrennte!) Ladegerät mit der roten Klemme an die Wanne (oder Erdung) des Ultraschallgerätes an, wo diese in Zukunft immer bleiben kann. An die schwarze Klemme schließen wir eine Lötkreuzpinzette aus Edelstahl an. Diese wird irgendwo angeklemmt, wo sie von allein keinen Kontakt mit der Wanne des Waschgerätes bekommen kann. Nun hängen wir die zu reinigende Ware in die heiße Reinigungsflüssigkeit des laufenden Ultraschall- Waschgerätes. (Wir verwenden ein BANDELIN SONOREX RK 255H) Dazu verwenden wir am besten einen isolierten Kupferdraht. So bekommen die Teile keine matten Flecken. Nach etwa 10 bis 15 sec. Reinigungsdauer, stellt man nun unter Bewegen den Kontakt zwischen der Lötkreuzpinzette und der im Bad befindlichen Ware her. Dazu ist es ausreichend, wenn die Pinzette die Ware an einer Stelle berührt. Der weitere Kontakt ergibt sich von selbst. Nun ist in der Reinigungsflüssigkeit zu beobachten, dass sich ein wenig Schaum bildet. Die Ware sollte bei diesem Vorgang bewegt werden und nicht die Seitenwände des Ultraschallgerätes berühren, da die Wirkung sonst durch den direkten Kurzschluss unterbunden wird. (Allerdings braucht man keine Angst vor Bennstellen zu haben, solange ein solcher Kurzschluss unter Wasser stattfindet.) Nach etwa 5 sec. unterbricht man den Stromfluss und spült die Ware in klarem Wasser ab. Ende.
Bei diesem Verfahren, was sich auch allerbestens zu Vorbereitung für späteres Galvanisieren eignet (die Entfettungsbäder kann man getrost vernichten), entstehen auch bei vielfacher Anwendung keinerlei Beläge und bereits vorhandene werden beseitigt. Es unterstützt den normalen Reinigungsprozess enorm, so dass "die Kiste bei uns immer unter Strom steht". Und das Beste: Silberzieroxide werden dadurch nicht angegriffen! Neutralisierung: Die unbedenkliche Reinigungslösung kann unverdünnt in den Filter geleitet werden. Für Umweltbewusste: Mit Salzsäure wird der Ph-Wert auf den Ph-Wert 7 eingestellt, Kontrolle mit Prüfstreifen. Die verbleibenden Chemikalien sind im Wesentlichen: Wasser und Kaliumchlorid. Aber die Lauge kann auch unbehandelt weggegeben werden, jede Spülmaschine tut die in wesentlich größerem Umfang. Achtung! Eingetrocknete Reste verursachen unschöne Kalk-Beläge auf den Reinigungsmaschinen. Abhilfe: Mit etwas saurem Reiniger, also etwa Gläserspülmittel für die Spülmaschine, nachwischen. (Wie war das? ...dann klappt's auch mit dem Nachbarn!) (Ulli Wehpke).
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