Fluoreszenz (UV)
Es gibt Stoffe und Mineralien, die einen bestimmten Anteil des UV-Lichtes transformieren, in den sichtbaren Bereich umwandeln. Diesen Effekt nennt man fluoreszieren. Seinen Namen hat diese Erscheinung von dem Mineral Fluor oder auch Flußspat, einem Halogenid (CaF2) welches diese Erscheinung sehr deutlich zeigt. Unter den Diamanten gibt es recht häufig fluoreszierende Exemplare. Die Stärke kann durchaus schwanken und reicht von "Nicht vorhanden" bis zu kräftig, ja es gibt sogar welche, die leuchten auf. Die Fluoreszenz entsteht durch eine Reaktion zwischen der Lichtenergie und den Atomen des Diamanten. Farblich liegt die auftretende Fluoreszenz meist im Blau- bis Blaugrünbereich. Bestrahlt man eine solchen Stein bei Dunkelheit mit UV-Licht, dann zeigt sich ein mitunter kräftiges "Glühen" des Steines, d.h. er strahlt einen Teil des aufgenommenen UV-Lichtes im sichtbaren Bereich wieder ab. Da die angestrebte Farbe des Diamanten heute die reine Farblosigkeit ist, entsprechen fluoreszierende Steine nicht dem Idealbild, da sie, je nach Ausprägung, einen deutlichen Farbschimmer zeigen. Mitunter erscheinen sie durch die auftretende Fluoreszenz vor allem bei Tageslicht, richtiggehend trübe. Bei normalem Glühlampenlicht, ist dieser Effekt nicht zu beobachten. Die heutige Wertschätzung herrschte nicht immer vor, denn bis in die 60-er Jahre gab es über der Farbe "RIVER", noch eine sehr teure, leicht blau fluoreszierende Qualität mit der Bezeichnung "JAGER". Diese Steine kosteten seinerzeit bis 40% mehr, als die rein weiße Qualität. Nach Einführung der RAL- Normen und der Gründung des HRD mit den damit verbundenen Standadisierungen im Diamantbereich, wurde die Qualität "JAGER" jedoch abgeschafft und diese Steine verloren an Wert. Heute zählen sie zu den minder gefragten Qualitäten und sind mit Preisnachlässen zu haben. Rein optisch handelt es sich um meist bläuliche Ware, welche vor allem abends voll zur Geltung kommt. Steine mit sehr hoher Fluoreszenz, haben eine merkwürdige Eigenschaft: Wenn man sie mit der Tafel auf einen rein schwarzen Untergrund legt, verstärkt sich die optisch wahrnehmbare Leuchterscheinung. Ich habe schon Exemplare in der Hand gehabt, die sahen unter diesen Bedingungen veilchenblau aus! Mitunter zeigen Fluoreszenzsteine auch einen ähnlichen Effekt wie Benzin auf regennassem Asphalt, daher rührt auch die für diese Steine oft verwendete Bezeichnung „Petroleumsteine“. Achtung: Auch diese Fluoreszenz bei Diamanten führt immer zu Preisnachlass! Bei anderen Edelsteinen, kann eine Fluoreszenz oder ähnliche Erscheinungen durchaus erwünscht sein, etwa beim Rubin, der seine eigentümliche Leuchtkraft durch diese eigenartige Erscheinung erhält. Auch er strahlt mehr Licht ab, als er rein optisch erkennbar aufnimmt und zeigt sich uns so in schönstem Feuer. Als stark fluoreszierendes Mineral erzeugt er unter kurzwelligem UV-Licht (gegen welches der echte Rubin undurchlässig ist), weißes Fluoreszenzlicht. Seine merkwürdigen Eigenschaften haben übrigens in den fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, den Bau des ersten Lasers ermöglicht. (Ulrich Wehpke).
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