Startseite Uhrenreise Ein Abend mit Walter Lange

wer ist online

Wir haben 13 Gäste online

der Weg zu uns

Ihre Startadresse:

Strasse:
Stadt:
Land:
PLZ:


Ein Abend mit Walter Lange PDF Drucken E-Mail
Uhren - Uhrenreise nach Glashütte!

Ein Abend mit Walter Lange

W. Langes Leben war stets geprägt vom Kampf. Und zwar vom Kampf für seine Prinzipien, vom Kampf für die Firma und vom Kampf gegen behördliche Willkür, sei es die kommunistische oder die marktwirtschaftliche. Beide Systeme haben ihm böse mitgespielt.

Walter Lange wurde am 29. Juli 1924 als viertes Kind von Rudolf Lange in Dresden geboren. Das familiäre Umfeld bestimmte seinen beruflichen Werdegang. Die drei Lange Brüder Rudolf und Otto, beide Uhrmacher, sowie Gerhard, Kaufmann, waren die Inhaber der berühmtesten und angesehensten deutschen Uhrenmanufaktur. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Walter Lange ebenfalls eine Ausbildung zum Uhrmachermeister durchlief. Aber das Schicksal spielte ihn einen bösen Streich.

Seine Ausbildung musste er 1942 unterbrechen. Gesellen und Meisterbrief holte er später nach. Er wurde zum Kriegsdienst an die Ostfront eingezogen und im ostpreußischen Kessel südlich von Königsberg am 1. Februar 1945 schwer verwundet. Er kam in das Lazarett Braunsberg.  Von da an begann seine erste Odyssee. Der russische Vormarsch konnte von den deutschen Truppen nicht aufgehalten werden. Auf Pferdefuhrwerken gelang Walter Lange zusammen mit vielen Deutschen die Flucht aus Ostpreußen nach Danzig. Aber auch im dortigen Lazarett blieb er nicht lange. Mit einem Landungsboot ging es auf die Halbinsel Hela, bevor die legendäre Flucht mit der Cap Arcona mit 11.000 Menschen an Bord über die Ostsee nach Kopenhagen glückte. Über mehrere Stationen ging es weiter, bis Walter Lange am 16. April im Militärsportheim Georgenfeld, einen Steinwurf weit vom elterlichen Wochenendhaus, landete. Sein Vater erlangte für ihn einen ambulanten Behandlungsschein vom 7. bis zum 15. Mai, so dass Walter Lange der drohende Weitertransport ins Sudetenland erspart blieb. Statt dessen erlebte er das Kriegsende zu Hause. lange2

"Ich wurde am 8. Mai, während meiner ersten Nacht, die ich wieder zu Hause verbringen konnte, um sechs Uhr morgens durch die Bombendetonationen geweckt", erinnert sich Walter Lange heute. Das Grundstück wurde von Bomben getroffen. "Um neun Uhr bin ich dann durch das ausgebrannte Fabrikgebäude gelaufen. Da war natürlich alles kaputt", sagte Walter Lange. "Ein Tag später, ich saß mit den Eltern beim Frühstück, flog die Esszimmertür auf und die Russen traten ein. Den ganzen Tag über kamen sie und wollten Uhren. Aber es waren keine Uhren mehr da. Alles war schon geplündert, alle verbliebenen Schubladen ausgekippt. Es grenzt an ein Wunder, dass ich überlebt habe", erinnert sich Walter Lange.

Am Abend verließen die Langes ihre Wohnung, denn immer mehr alkoholisierte Russen randalierten in der Stadt. In den folgenden Tagen marschierte ein endloses Heer von Gefangenen durch Glashütte. In den von Bombentreffern verschonten Fabriken wurden sämtliche Maschinen demontiert und nach Russland geschafft. Selbst die Zeichnungen, die Walter Lange für die Entwicklung und Fertigung des Kalibers 48 als Deckuhr, der Fliegerarmbanduhr, des B-Chronometers und des Marine -Chronometers anfertigen musste, wurden nach Russland geschickt. "Wenn sie heute einen Russenchronometer sehen, dann stellen sie fest, dass das eigentlich ein Lange - Chronometer ist", kommentiert Walter Lange den umfassenden Kahlschlag in seiner Fabrik.

Nachdem sich die Lage etwas beruhigt hatte, begannen die Glashütter mit den Aufräumarbeiten. Walter Lange versuchte, mit seinen Arbeitern die Maschinen aus dem Brandschutt zu bergen. Sie wurden, falls lohnend, zerlegt und wieder in Gang gesetzt. Die Langes begannen mit der Planung für den Wiederaufbau, und Walter musste häufig nach Dresden, um die dazugehörigen Details zu regeln. "Mit einer Tagesration von vier Kartoffeln und etwas Salz ging ich zu Fuß nach Kreischa. Von dort fuhr eine Straßenbahn nach Dresden", beschreibt Walter Lange die beschwerliche Reise.

Aber es hat sich gelohnt, denn Ende 1947 konnte an der "Werft", wie die Glashütter die ehemalige Lange - Produktionsstätte nannten, Richtfest gefeiert werden. Im Mai 1948 wurde im wiederaufgebauten Gebäude mit der Produktion begonnen.

Apropos Schicksalsschläge. Walter Lange hegte selbstverständlich die Hoffnung, dass die in der sowjetischen Besatzungszone unrechtmäßigen Enteignungen rückgängig gemacht und er sein elterliches Erbe zurückerhalten würde. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 23. April 1991 verwehrte ihm aber die Rückgabe der enteigneten Güter. Unter dem Vorsitz des ehemaligen BVG-Präsidenten und heutigen Bundespräsidenten Roman Herzog erklärte das BVG die Enteignungen vom 8. Mai 1945 bis zur Gründung der DDR am 7. Oktober 1948 als unumkehrbar. "Die zweite Enteignung durch unseren Rechtsstaat war für mich persönlich eine schlimmere Sache, als die erste durch das Unrechtsregime der Nachkriegszeit", kommentiert Walter Lange heute den Willkürakt des freien marktwirtschaftlichen Systems.


 
 

...aktuelle Zeit

...Goldankauf

  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke
  • Schmuckecke

...unser Shop

Anmeldung