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Ein Nachmittag in Dresden PDF Drucken E-Mail
Uhren - Uhrenreise nach Glashütte!

Dresden

(Führung: Frau Silvia Adam)

Früh am Morgen fahren wir nach Dresden- "Elbflorenz" (so wird die europäische Kunst- und Kulturmetropole häufig genannt). Geprägt hat diese Bezeichnung Johann Gottfried Herder, als er die Stadt seinerzeit schwärmerisch als »deutsches Florenz« beschrieb. Es waren die zahlreichen barocken Prunkbauten, großartigen Kunstschätze und nicht zuletzt die prachtvolle Lage an der Elbe, die der Stadt diesen Namen gaben. Auch J. W. von Goethe äußerte sich begeistert mit den Worten: "Dresden ist ein Ort, der herrlich ist ... ". Obwohl die Bombenangriffe vom 13. Februar 1945 (Dresden lag in Trümmern) Lücken hinterließen, sind viele der imposanten Bauwerke wiederhergestellt worden.

Der berühmte Architekt Gottfried Semper baute in der Zeit von 1838 bis 1841 die erste Semperoper im Stil der italienischen Frührenaissance. Ab 1843 wirkte Richard Wagner hier als Kapellmeister, bereits 1869 brannte das erste Opernhaus nieder. Die Pläne für den Neubau des Königlichen Hoftheaters - auch der gesamten Innengestaltung schuf Semper in Wien. Die Bastiausführung übertrug er seinem Sohn Manfred; so entstand 1871-1878 die Semperoper in veränderter Form neu, im Stil italienischer Hochrenaissance.

Eines der bekanntesten Bauwerke Dresdens ist der Zwinger. Dieses weltberühmte Meisterwerk der Barockarchitektur besteht aus einem Ensemble verschiedener Pavillon- und Galeriebauten, die um einen Platz angelegt wurden. Der Begriff Zwinger stammt ursprünglich aus der Festungsbaukunst und bezeichnet den Freiraum zwischen innerer und äußerer Wehrmauer. 1709 wurde ein Teilstück der Dresdener Stadtbefestigung mit Holzgalerien umsäumt, um einen Festplatz zu schaffen. An dieser Stelle entstand 1710-32 in verschiedenen Bauphasen der Zwinger.

Am ganzen Zwingerbau befinden sich meisterhaft gestaltete Treppenanlagen. Von den reich geschmückten Balustraden des Zwingers hat man den schönsten Blick über die gesamte Anlage. Einst wurde im Zwinger ausgiebig und ausschweifend gefeiert, ein höfisches Fest löste das andere ab. Vier Wochen lang dauerte die glanzvollste Lustbarkeit, die 1719 anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August mit der Kaisertochter Maria Josepha stand fand. Auch heutzutage sind Freiluftkonzerte im Zwingerhof ein besonderes Erlebnis.

Den Höhepunkt des Tages erlebten die Teilnehmer der Leserreise im Mathematisch - Salon. Der Mathematisch - Physikalische Salon (im Nordwestpavillon) besitzt eine der wertvollsten Sammlungen von wissenschaftlich - technischen Geräten, Erd- und Himmelsgloben (13.-19. Jahrhundert), sowie Weltkarten und Atlanten. Die Uhrensammlung mit kostbaren Stücken (Sonnen und Sanduhren, Kunst- und Automatenuhren, Tisch, Wand und Taschenuhren) hat Weltrang. Hervorgegangen ist das Museum aus Teilen der 1560 gegründeten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer. Im Kunstkammerinventar von 1587 sind unter den 10 000 Objekten 950 mathematisch technische Instrumente verzeichnet. Zu den wertvollsten Kostbarkeiten des Mathematisch Physikalischen Salons gehören die Globus (Himmelsglobus, 1586) und die Astronomis Kunstuhr (Planetenlaufuhr).

Vor der vollkommenen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war der Neumarkt repräsentatives Zentrum der Altstadt von Dresden. Hier standen einst zahlreiche barocke Bürgerhäuser und die Frauenkirche. Die protestantische Predigtkirche wurde ab 1727 nach Plänen des Baumeisters George Bähr gebaut, dieser ließ sich durch die Architektur italienischer Kuppelbauwerke inspirieren. 1743 vollendete Johann Georg Schmid, den 95 m hohen Barockbau mit seiner monumentalen Kuppel.

Den Bombenangriffen in Dresden am 13 und 14 Februar 1945 hielt die Frauenkirche noch stand. Der darauffolgende Feuersturm in der Stadt machte allerdings auch vor dem Sandsteinbau nicht halt, so dass die innen ausgebrannte Kirche schließlich am 15. Februar 1945 in sich zusammen stürzte. Der offizielle Wiederaufbau begann am 27. Mai 1994, bis zum Jahr 2006 soll der Sakralbau wiederhergestellt sein. Hierfür werden auch die aus dem Schutt geborgenen Steine verwendet. Finanziert wird das gewaltige Vorhaben u. a. durch private Spenden und Sponsoren.

Besichtigung Schloss Pillnitz (Führung: Herr Dierchen)

Am südöstlichen Stadtrand liegt reizvoll direkt am Elbufer Schloss Pillnitz. August der Starke ließ ab 1720 ein bereits bestehendes Renaissanceschloss durch Pöppelmann und Longuelune im Chinoiseriestil um das Wasser- und Bergpalais (heute Kunstgewerbemuseum) als Lustschloss und spätere Sommerresidenz erweitern. Das Neue Palais entstand anstelle des 1818 abgebrannten alten Schlosses.

Gegen 1780 ließ Friedrich August der Gerechte im entstehenden Englischen Garten einen zunächst kleinen Teich mit einem Rundtempel errichten. Für diesen sogenannten »Englischen Pavillon« wurde als architektonisches Vorbild der um 1500 von Donato Bramante gebaute Tempietto di San Pietro in Rom erkannt. Allerdings handelt es sich nicht um eine Kopie, sondern um die freie Umdeutung eines Tempels zu einem Aussichts- und Ruheort. In Pillnitz wurde das Erdgeschoss vergrößert, indem die Wand bis an die hier gekoppelten Säulen herangerückt gerückt wurde, und im Obergeschoss weisen acht Fenster - zwei davon als Blindfenster in alle Himmelsrichtungen, womit ganz in der Tradition des englischen Gartenbau den Turm der Winde in Athen angespielt wurde. Anders als in Rom, sollte die Zone dem Gebälk als zweites Geschoss genutzt werden. Der dort eingerichtete Raum ist durch die Dekoration der Wandfelder, auf denen Schmetterlinge und andere Insekten wissenschaftlich korrekt abgebildet sind, als Studierkabinett ausgewiesen. Eine besondere Attraktion im Park ist eine baumgroße japanische Kamelie (18 Jh. gepflanzt), die noch jedes Jahr blüht. Mit einer romantischen Schwebebahnfahrt im Stadtteil Loschwitz beenden 28 Uhrenliebhaber den ersten Tag der Leserreise.


 
 

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