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Kieninger - Die Kunst der Präzision

Wie seine Brüder Fritz und Josef arbeitete Wilhelm Kieninger im Familienunternehmen. Josef war im kaufmännischen Bereich tätig, Fritz als Mechaniker und Wilhelm absolvierte eine Lehre als Feinmechaniker im elterlichen Betrieb. Mit seinem Meisterstück, das er 1930 in der Uhrmacherschule Schwenningen fertigte, legte er den Grundstein für die heutige H-Serie, das Spitzenprodukt des Hauses. Verfeinert und technisch ergänzt, aber im Kern unverändert, wird das hochpräzise Hausuhrwerk noch heute gebaut. Durch die Einführung dieses großen Standuhrwerks mit Westminsterschlag wurde Kieninger zum Spezialisten für Hausuhrwerke mit Viertelschlagwerken. Schon damals besaß das Werk eine automatische Schlagregulierung. Sie wurde 1931 patentiert.

Als echter Tüftler stellte sich Wilhelm Kieninger mit Leidenschaft den uhrmacherischen Herausforderungen an die handwerkliche Präzision. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass Kieninger Uhren und Uhrwerke bis heute eine Fülle technischer Besonderheiten und uhrmacherischer Spezialitäten enthalten.
Dem Zug der Zeit folgen
Gegen Ende der Zwanziger Jahre war das ursprüngliche Wohnhaus für die wachsende Familie Kieninger zu klein geworden. So baute man 1931 auf dem Firmengelände ein repräsentatives Wohnhaus, das genug Raum für mehrere Generationen bot. Das für damalige Verhältnisse hochmoderne Gebäude mit großen Fenstern und Bad wurde im Volksmund „Villa Kieninger“ genannt.

1932 begann Kieninger, Feinmessgeräte für die Firma Carl Mahr in Esslingen zu bauen. Für die Herstellung der messtechnischen Instrumente galten weitaus anspruchsvollere Toleranzen, was auch der Präzision bei der Uhrwerkefertigung zugute kam.Eine sehr präzise Teilefertigung vereinfachte auch den Zusammenbau der Uhrwerke erheblich: Die Einzelteile mussten nicht mehr eingepasst werden und konnten jetzt auch durch angelernte Kräfte montiert werden. Der neue Produktionszweig sicherte im Zweiten Weltkrieg das Überleben der Firma. Da messtechnische Instrumente für die Rüstungsindustrie gebraucht wurden, wurde die Firma als kriegswichtiger Betrieb eingestuft.

Nach dem Tod des Vaters 1936, hatte inzwischen Wilhelm Kieninger gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Josef und Fritz die Geschäftsführung übernommen. Auf Betreiben von Carl Mahr konnte er 1939 nach nur zwei Monaten an der Front wieder in die Firma zurückkehren.

So konnte die Produktion auch unter schwierigen Bedingungen fortgesetzt werden. 1939 arbeiteten 78 Mitarbeiter im Unternehmen, darunter 18 Frauen. Von den 60 Männern wurden 29 über die Kriegsjahre hinweg einberufen – acht von ihnen kehrten nicht wieder aus Krieg oder Gefangenschaft zurück. Kieninger versuchte den Arbeitskräftemangel durch Heimarbeit und Dienstverpflichtung von Frauen auszugleichen. Gleichzeitig erhöhte man die Arbeitszeit. Während vor dem Krieg 48 Stunden in der Woche gearbeitet wurden, erhöhte man zu Beginn des Krieges auf 54 Stunden, später sogar auf 60 Stunden.

Bis 1941 durfte die Firma noch Uhren fürs Inland produzieren und verkaufen. Und sogar bis 1943 lieferte Kieninger noch Uhren ins Ausland, vorwiegend nach Nordeuropa. Obwohl Stromengpässe und Materialbewirtschaftung die Produktion erheblich behinderten, vermerkte die Geschäftsführung in ihren Büchern stolz, dass die Firma auch im Krieg immer ihren Lieferverpflichtungen nachgekommen sei.


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