Eine Meisterwerkstatt um das Kostbare zu pflegen und zu erhalten.

Kieninger Lexikon/Technik/Wartung

Jede mechanische Uhr besitzt neben dem Uhrengehäuse 5 Grundbestandteile:
  • Die Antriebsvorrichtung mit einem Energiespeicher (Gewicht oder Feder) und dem zugehörigen Aufzug,
  • eine aus Zifferblatt und den Zeigern (Stunden- und Minutenzeiger, sowie gegebenenfalls Sonderanzeigen wie Sekunde, Mondphase und Datum) bestehende Anzeigevorrichtung,
  • den Gangregler,
  • die Hemmung und
  • das Räderwerk.

Weitere Räderwerke regeln gegebenenfalls den Stundenschlag und je nach Ausführung den Viertelstunden - (Melodie-) Schlag.
Im Uhrwerk sind Räderwerk(e), Hemmung sowie je nach Typ des Uhrwerks ein integrierter Gangregler (Unruh), Antriebsvorrichtung(en) und Schlagwerke in einem Bauteil zusammengefasst.
Der Stunden- und der Viertelstundenschlag werden von einer Reihe von Hämmern erzeugt, die Gongstäbe, Tonröhren oder Glocken verschiedener Länge bzw. Größe anschlagen.
Je nach Abmessung erzeugen die Stäbe, Tonröhren oder Glocken unterschiedliche Töne. Besondere Melodien entstehen, wenn man über unterschiedliche Spielwalzen Reihenfolge und Rhythmus bestimmt, in der die Hämmer die entsprechenden Stäbe, Tonröhren oder Glocken anschlagen.
Je nach Ausführung sind das Pendel (externer Gangregler) und die Gewichte weitere Bestandteile Ihrer Uhr und wichtig für das richtige Funktionieren des Uhrwerks.
Pendel unterschiedlicher Länge schwingen auch unterschiedlich schnell. Das Pendel erlaubt somit über eine Veränderung der wirksamen Pendellänge das Regulieren und Einstellen der Laufgeschwindigkeit (Ganggenauigkeit). Entsprechend wirkt sich ein Verändern der wirksamen Federlänge der Unruh aus.
Das Gehwerk und die ein bzw. zwei Schlagwerke werden getrennt durch Gewichte oder Federn angetrieben. Die Gewichte oder Federn treiben den Stundenschlag (Links), das Gehwerk (Mitte) und, soweit vorhanden, den Viertelstundenschlag (Rechts) des Uhrwerks.
Ohne eine konstante Gewichts- oder Federkraft würde die Uhr nicht funktionieren. Bei gewichtsbetriebenen Uhrwerken sind die Gewichte je nach Uhrwerk und  Uhrenausstattung verschieden und müssen zum exakten Laufen der Uhr richtig aufgehängt werden.
Gewichte oder Federn sollten mindestens alle 7 Tage aufgezogen werden, damit die Uhr nicht stehen bleibt.

Ankerautomatik - (Kieninger Patent)

Der Begriff Ankerautomatik (automatische Abfallregulierung) bezieht sich auf ein automatisches Einstellen der Ankerposition relativ zum Gangrad durch einen Pendelüberschwung.
Dies wird durch eine präzise tolerierte Friktion zwischen Anker und Ankerwelle und ein zusätzliche Scheibe auf dem Gangrad erreicht. Aufgrund der Ankerautomatik stellt sich ein gleichmäßiges Ticken nach dem Einschwingvorgang des Pendels automatisch ein.

Automatische Nachtabschaltung - (Kieninger Patent)

Bei Aktivierung der Option Nachtabschaltung (NIGHT OFF) wird das Schlagwerk zwischen 22.00 und 7.15 Uhr (Uhrwerke mit Viertelstundenschlag), bzw. 22.00 und 7.00 Uhr (Uhrwerke mit Halbstundenschlag) automatisch abgeschaltet.
Dabei wird durch einen zusätzlichen Mechanismus und eine spezielle Zeitkurve das Auslösen der Schlagwerke verhindert.

Echte Sekunde

Bei einer "echten Sekunde" läuft der Sekundenzeiger mit exaktem Sekundensprung. Dies ist nur bei Uhrwerken mit Sekundenpendel, d.h. einer Pendellänge von nominal 116 cm möglich. Bei Uhrwerken mit kürzeren Pendellängen verwendet Kieninger für die korrekte Sekundenanzeige einen speziellen Sekundenbaustein (Kieninger Patent).

Gangreserve

Bei gewichtsbetriebenen Uhrwerken mit Gangreserve läuft das Gehwerk während des Aufziehvorgangs konstant weiter.
Dies wird durch ein Gegengesperr mit Feder erreicht, welche die Antriebskraft auf das Gehwerk auch während des
Aufziehens aufrecht erhält.

Hemmung & Gangregler

Der Begriff "Hemmung" bezeichnet die Kombination der Bauteile Anker und Gangrad. Der Anker besteht entweder aus
einem Stück.

  • Kieniramic (patentierter Massivanker) oder
  • einem Ankerkörper mit eingeschobenen Paletten (Kieniramic Palettenanker).

Das Gangrad besitzt eine auf die Form der Hemmung bzw. den Anker abgestimmte Spezialverzahnung. Die Hemmung steuert mit Hilfe der Gangreglerschwingungen den freien Ablauf des Gehwerkes und überträgt gleichzeitig dem Gangregler immer wieder den nötigen Antriebsimpuls.
Den Gangregler bilden je nach Art des Uhrwerkes ein Pendel oder eine Unruh. Die Schwingungen des Gangreglers ergeben den Takt für die Zeigerbewegung. In Kieninger-Uhrwerken werden eine

  • ruhende Hemmung (Graham)
  • oder ein Echappement (Schweizer Ankergang)

verwendet. Alle Echappements werden werksseitig in Betriebslage eingeregelt ("adjusted").

Kompensationspendel

Durch Temperaturschwankungen dehnen sich metallische Bauteile von normalen Pendeln unterschiedlich aus. Dadurch verändert sich die Länge des Pendels und verursacht Schwankungen der Laufgeschwindigkeit. Durch eine bestimmte Anordnung von Metallen unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten und eine entsprechende Konstruktion des Pendels wird diese Längenänderung
ausgeglichen (d.h. kompensiert).

Lyrapendel

Der Begriff bezeichnet einen Pendelstil, bei dem mehrere vertikale Stäbe in der Mitte mit einer Brücke verbunden sind und sich ein
Dekorelement in Form einer Harfe oberhalb der Pendelscheibe befindet.Lyrapendel

Melodienautomatik - (Kieninger Patent)

Bei Aktivierung der Option Melodienautomatik (AUTOM.) wird bei Mehrmelodienwerken stündlich, nachdem der Stundenschlag beendet ist, über das Zeigerwerk die Spielwalze automatisch auf die nächste Melodie umgeschaltet.

Mondphasenzifferblatt

Ein Zifferblatt, welches die Phasen des Mondes während des 29½ Tage dauernden Mondmonats darstellt. Während die Mondscheibe zwischen den Symbolen der östlichen und westlichen Hemisphäre wandert, werden die Mondphasen (Neumond, Vollmond, abnehmender Mond, etc.) entsprechend dem Zyklus dargestellt.

Rollieren

Rollieren ist ein spezielles, traditionelles Verfahren zur Oberflächenbehandlung der Lagerzapfen von Trieben und Wellen in der Uhrentechnik. Dabei wird die Oberfläche des sich drehenden Bauteils mit einer rotierenden Hartmetallscheibe ("Rollieren") geglättet und verdichtet. Durch das Rollieren wird eine sehr hohe Lebensdauer und Leichtgängigkeit der Lagerstellen erreicht.

Tempus Fugit

Lateinisch für "die Zeit verrinnt". Diese Worte finden sich traditionell oft auf dekorativen Zifferblättern.

Weiser(stift)

Über denWeiserstift der Ankergabel, der in die Pendelverlängerung eingreift, wird die Antriebskraft vom Uhrwerk auf das Pendel übertragen.

KIENINGER Tipps

Uhrwerk

Ziehen Sie Ihre Uhr nie ohne eingehängte Gewichte auf oder heben diese während dem Aufziehen an. Dies kann sonst zu einem Überkreuzen der Seile und Blockieren des Uhrwerks führen.

Kettenzugwerke

Ziehen Sie die Kette am losen Ende nach unten, bis das jeweilige Gewicht durch den Aufzugsstop angehalten wird bzw. etwa 5 cm von der Unterkante des Uhrwerkes bzw. Tragstuhles entfernt ist. Ziehen Sie die Kette möglichst senkrecht, langsam und
gleichmäßig und heben Sie die Gewichte nicht an, weil sich die Gewichte sonst möglicherweise aus der Kette aushaken
können.

Seil-Federzugwerke

Stecken Sie die Kurbel soweit wie möglich in die Aufzugslöcher im Zifferblatt. Das Gehwerk wird gegen den Uhrzeigersinn aufgezogen, bis das Gewicht durch den Aufzugsstop angehalten wird bzw. etwa 5 cm von der Unterkante des Uhrwerkes bzw. Tragstuhles entfernt ist. Die beiden Federzug-Schlagwerke werden im Uhrzeigersinn aufgezogen, bis ein deutlicher Widerstand spürbar ist.
Ziehen Sie Ihre Uhr nie ohne eingehängte Gewichte auf oder heben diese während dem Aufziehen an. Dies kann sonst zu
einem Überkreuzen der Seile und Blockieren des Uhrwerks führen.

Das Pendel einregulieren

Die Länge des Pendels bestimmt die Laufgeschwindigkeit (Ganggenauigkeit) Ihrer Uhr. Je länger ein Pendel gebaut ist, desto langsamer schwingt er. Um die Laufgeschwindigkeit zu ändern, bewegen Sie die Pendelscheibe nach oben oder nach unten und verkürzen oder verlängern damit die wirksame Pendellänge, d.h. den Abstand zwischen Pendelhaken und Pendelschwerpunkt.
Die Pendelscheibekann nach oben oder unten bewegt werden, indem Sie an der  Einstellschraube drehen. Diese befindet sich je nach Pendeltyp ober- oder unterhalb der Pendelscheibe.
Beobachten und notieren Sie in jedem Falle die Gangabweichung Ihrer Uhr über einen längeren Zeitraum, z.B. über 12 oder 24 Stunden, bevor Sie eine Änderung vornehmen.

Standardpendel

Die Einstellschraube befindet sich unterhalb der Pendelscheibe. Wenn Sie die Einstellschraube von oben gesehen gegen den
Uhrzeigersinn drehen, verkürzen Sie die wirksame Pendellänge, und die Uhr geht schneller. Drehen Sie die Einstellschraube im
Uhrzeigersinn, verlängern Sie die wirksame Pendellänge, und die Uhr geht langsamer.
Achten Sie darauf, daß die Pendelscheibe beim Verstellen immer spielfrei auf der Einstellschraube aufliegt, und ziehen Sie die Pendelscheibe gegebenenfalls nach unten.
Denken Sie daran, nach dem Verstellen der Pendelscheibe wieder die korrekte Uhrzeit einzustellen.

Kompensationspendel (Option)

Die Einstellschraube befindet sich oberhalb der Pendelscheibe. Wenn Sie die Einstellschraube von oben gesehen im Uhrzeigersinn drehen, verkürzen Sie die wirksame Pendellänge, und die Uhr geht schneller. Drehen Sie diese gegen den Uhrzeigersinn, verlängern Sie die wirksame Pendellänge, und die Uhr geht langsamer
Achten Sie darauf, daß die Einstellschraube beim Verstellen immer spielfrei auf dem Quersteg aufliegt, und ziehen Sie die Pendelscheibe gegebenenfalls nach unten.
Denken Sie daran, nach dem Verstellen der Pendelscheibe wieder die korrekte Uhrzeit einzustellen.

Die automatische Nachtabschaltung (Option)

Die meisten Uhrenmodelle verfügen über eine Option, mit der Sie eine automatische Schlagabschaltung zwischen 22.00
und 7.15 Uhr (bei Viertelstundenwerken) bzw. 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr (beiHalbstundenwerken) aktivieren können.
Benutzen Sie den entsprechend Abschnitt 8 identifizierten Umschalthebel, um diese Option zu wählen. Die Position des
Umschalthebels ist mit «NIGHTOFF» gekennzeichnet.
Sollte Ihre Uhr bei eingeschalteter Nachtabschaltung am Tag nicht schlagen, dann befindet sich das Uhrwerk in der
"Nachtphase". Die Zeiger müssen dann um 12 Stunden zurückgestellt werden, um in die "Tagphase" zu kommen.
Vordem Zurückstellen der Zeiger unbedingt die Nachtabschaltung ausschalten. Bei einem Bewegen der Zeiger und gleichzeitiger Aktivierung der Nachtabschaltung kann es sonst zu Beschädigungen des Uhrwerkes kommen.
Wenn nach dem Einstellen der Uhrzeit die Schlagfolge zunächst nicht mehr stimmt, so ist das kein Fehler. Das
Schlagwerk synchronisiert sich nach 1 bis 2 Stunden automatisch.

Der automatische Melodienwechsel (Option)

Einige Uhrenmodelle verfügen über eine Option zumautomatischen Melodienwechsel.
Benutzen Sie den identifizierten Umschalthebel, um diese Option zu wählen. Die Position des Umschalthebels ist mit «AUTOM.» gekennzeichnet.

Wartung und Pflege

Ihre Kieninger Uhr benötigt sehr wenig Wartung und Pflege. Nachfolgend sind jedoch einige Schritte aufgeführt, mit denen
Sie die Funktion und das Aussehen Ihrer Uhr über viele Jahre erhalten können:
  • Ziehen Sie Ihre Uhr regelmäßig (alle sieben Tage) auf.
  • Halten Sie die Tür(en) bzw. Seitentüren/-Paneelen geschlossen.
  • Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob die Uhr noch sicher und gerade steht. Dies ist besonders wichtig während der
    ersten Monate, wenn die Uhr auf Teppich(en) oderTeppichböden steht. Da die Füße der Uhr gegebenenfalls
    einsinken, könnte sie aus dem Lot sein. Es kann sein,daß dann Ihre Uhr neu justiert werden muß.
  • Überprüfen Sie gelegentlich, daß die Gewichte noch fest verschraubt sind (Haken und gegebenenfalls Ösen),
    korrekt eingehängt sind und sofern vorhanden die Drahtseile sauber in den Führungen laufen.
  • Reinigen und pflegen Sie das Uhrengehäuse so oft wie jedes andere entsprechende Möbelstück. Soweit
    erforderlich und um den schönen Glanz der Holzoberflächen zu erhalten, können Sie ein mildes Möbelpflegemittel bzw. ein Möbelwachs ohne Siliconzusatz verwenden. Die Messingteile sind farblos lackiert und sollten nur mit einem weichen, trockenen Baumwolltuch abgerieben werden.
  • Kieninger empfiehlt, das Uhrwerk von einem autorisierten Fachhändler alle fünf (5) Jahre ölen (synthetisches Öl 859
    Etsyntha) und je nach Standortbedingungen alle zehn (10) Jahre gründlich reinigen zu lassen. Bei extremen Umgebungsbedingungen (Luftfeuchtigkeit und -qualität, Temperatur, etc.) muß die Uhr möglicherweise öfter geölt und/oder gereinigt werden.

Standortwechsel

Bei einem Standortwechsel oder Umzug mit der Uhr müssen die Gewichte und das Pendel ausgehängt werden. Um
unnötige Schäden zu vermeiden, sollten Sie beim Umzug mit Ihrer Uhr darüber hinaus sicherstellen, daß alle Zubehörteile,
wie das Pendel und die Gewichte, in den Orginalverpackungen verpackt werden.
Bei Seilzugmodellen müssen die Seile mit den Gewichten und mit den eingesetzten Styropor- Transportsicherungen
zunächst vollständig aufgezogen werden. Dann erst dürfen die Gewichte ausgehängt werden. Bei Kettenzugmodellen
müssen die Ketten mit einem Draht so gesichert werden, daß die Ketten während des Transports nicht aus den Kettenrädern springen können. Die losen Kettenenden sollten zum Schutz des Gehäuses in einem Kunststoffbeutel verpackt werden.
Am neuen Standort den Aufstellvorgang wie beschrieben wiederholen.

Problemlösungen

Schlagwerk

Schlagwerk schlägt nicht zur richtigen Zeit Wenn das Schlagwerk mehr als eine Minute vor oder nach dem richtigen Zeitpunkt auslöst, sollte der Minutenzeiger entfernt und justiert werden. Seien Sie vorsichtig, daß Sie dabei nicht die Zeigermutter, den Zeiger oder das Zifferblatt verkratzen.
  • Wenn das Schlagwerk zu schlagen beginnt, halten Sie das Pendel an und notieren sich die Abweichung des
    Minutenzeigers.
  • Entfernen Sie mit einem Spezialschlüssel oder einer Zange vorsichtig die Zeigermutter, mit der der Minutenzeiger
    befestigt ist. Dazu drehen Sie die Zeigermutter gegen den Uhrzeigersinn, während Sie gleichzeitig den Minutenzeiger
    nahe der Mitte festhalten.
  • Entfernen Sie den Minutenzeiger vom Zeigerschaft, indem Sie ihn nach vorn abziehen. Auf der Rückseite des Minutenzeigers ist die Zeigerbuchse verdrehbar vernietet. Stecken Sie den Zeiger mit der Zeigerbuchse auf eine Vierkantahle oder greifen Sie die Zeigerbuchse mit einer Zange und drehen Sie mit Ihrer anderen Hand den Minutenzeiger um die Strecke vorwärts oder rückwärts, die für eine korrekte Schlagauslösung erforderlich ist.
  • Stecken Sie den Zeiger wieder auf den Zeigerschaft und schrauben Sie die Zeigermutter nur leicht fest. Vergewissern Sie sich, daß der Minutenzeiger auf den gewünschten Schlagauslösepunkt zeigt, den Sie in Arbeitsschritt 1 notiert haben. Wenn der Zeiger nicht auf die korrekte Stelle deutet, wiederholen Sie dieArbeitsschritte 2 und 3.
  • Ziehen Sie die Zeigermutter wieder mit dem Spezialschlüssel oder der Zange fest, wenn der Minutenzeiger ausreichend justiert ist.
  • Starten Sie das Pendel und stellen Sie die Uhrzeit neu ein.

Uhr schlägt nicht die richtige Stunde

Wenn die Uhr nach mehreren Stunden Betrieb nicht die richtige Stunde schlägt, ist der Stundenzeiger nicht korrekt positioniert.
Nehmen Sie nur den Stundenzeiger und bewegen Sie ihn vor-oder rückwärts, um ihn mit der Stunde auf dem Zifferblatt
gleichzustellen, die von der Anzahl der Stundenschläge angezeigt wurde.
Die Uhr wird durch das unabhängige Drehen des Stundenzeigers nicht beschädigt.

Melodie- oder Stundenschlag funktionieren nicht

Wenn Melodie- oder Stundenschlag nicht funktionieren, kann dies eine Reihe möglicher Ursachen haben.
  • Sofern Sie gerade die Einstellungen Ihrer Uhr verändert haben, warten Sie 1 bis 2 Stunden ab. Das Schlagwerk
    synchronisiert sich automatisch.
  • Vergewissern Sie sich, daß sich der Umschalthebel nicht in der Position «SILENT» oder auf halbem Weg zwischen
    zwei Melodien befindet.
  • Bei Modellen mit automatischer Nachtabschaltung stellen Sie sicher, daß sich die Uhr nicht in der Nachtphase
    befindet.
  • Vergewissern Sie sich, daß alles Verpackungs- und Sicherungsmaterial aus dem Bereich des Uhrwerks
    entfernt worden ist.
  • Prüfen Sie, daß die Gewichte in ihrer richtigen Position hängen. Sehen Sie dazu auf der Markierung an der Unterseite jedes Gewichts nach, um die richtige Position festzustellen und/oder kontrollieren Sie Gewichte.
  • Vergewissern Sie sich, daß alle Gewichte bzw. Federzüge ausreichend aufgezogen sind.
  • Überprüfen Sie die Hammereinstellungen und korrigieren Sie diese, falls notwendig.

Justieren der Hämmer/Schlagwerke

Der von den Gongstäben, Tonröhren oder Glocken erzeugte Ton kann von Hämmern, die aufliegen, unzureichend berühren oder nicht korrekt anschlagen, beeinträchtigt werden. Obwohl die Hämmer bereits werksseitig genau eingestellt worden sind, kann es sein,
daß sie sich während des Transports verstellen. Das Vorgehen beim Justieren unterscheidet sich je nach Uhrwerk.

Gongstäbe

Die Gongstäbe selbst bitte nicht biegen, da sie sehr leicht abbrechen können. Die Lautstärke und der Klang des Schlages kann nicht am Gong selbst eingestellt werden. Die Hammerstiele sind aus Messing gefertigt und können gebogen werden. Falls notwendig, biegen Sie die Hammerstiele in der Mitte so, daß sich jeder Hammerkopf etwa 3 mm vom jeweiligen Gongstab entfernt befindet und
daß die Hammerköpfe sich beim Bewegen oder Anschlagen der Gongstäbe nicht gegenseitig berühren.
Die Hammerköpfe sollten die Gongstäbe mittig und direkt unterhalb des Konus anschlagen. Zum Einstellen gegebenenfalls die kleine Schraube an der Rückseite des Hammerkopfes lösen und den Hammerkopf in die gewünschte Position schieben. Die Schraube dann wieder fest anziehen.

Tonröhren

Die Hammerarme sind aus Federstahlangefertigt und dürfen nicht gebogen werden.  Der Klang wird z.T. durch den Abstand des Hammers zu der Tonröhre bestimmt. Dies sind im ruhenden Zustand normalerweise weniger als 2 mm. Die Entfernung kann
eingestellt werden, indem man die Stellschraube, an der das Hammerseil befestigt ist, anzieht oder lockert
Darüber hinaus kann die Lautstärke bei Röhrenwerkenverändert werden, indem man mit den  Justierschraube(n) am unteren Ende der Hammerfedern die Vorspannung der Federn verändert.
Wenn die Vorspannung zu stark ist, kann dies jedoch das Schlagwerk bzw. das Uhrwerk während des Schlagens anhalten. Diese Einstellung sollte deshalb nur sehrvorsichtig ausgeführt werden.

Glocken

Es kann analog dem Verfahren bei Gongstäben vorgegangen werden. Ein optimaler Klang der Glocken wird erreicht, wenn der Hammerkopf am Rand der Glocke aufschlägt.
Gewichte senken sich nicht gleichmäßig ab Wenn die Uhr auf automatische Nachtabschaltung eingestellt ist und/oder bei einigen Modellen «SILENT» gewählt wird, wird sich das Gewicht des Gehwerkes schneller absenken als das/die andere(n) Gewicht(e).
Dies ist normal und bedeutet keine Fehlfunktion Ihrer Uhr.

Uhr läuft nicht oder bleibt stehen

Obwohl nicht empfohlen wird, Ihre Uhr selbst zu reparieren, sollten Sie jedoch die folgenden Punkte nachprüfen und
gegebenenfalls an Hand dieser Anleitung korrigieren, ehe Sie sich an Ihren Fachhändler oder Kieninger wenden. Nehmen
Sie in jedem Falle keine Änderungen vor, die nicht in dieser Anleitung beschrieben sind oder die Sie sich nicht zutrauen.
  • Ist alles Verpackungsmaterial aus dem Uhrwerkbereich entfernt worden?
  • Haben Sie versucht, die Uhr neu zu starten?
  • Hängen alle Gewichte an ihrer richtigen Position?
  • Sind alle Gewichte bzw. Federzüge ausreichend aufgezogen?
  • Schlägt das Pendel gegen die Gewichte, Gongstäbe oder Tonröhren?
  • Steht die Uhr gerade und sicher?
  • Ist ein Drahtseil aus der Führung der Seilrolle oder eine Kette von der Walze gesprungen ?
  • Funktionieren alle Zeiger, ohne hängenzubleiben oder sich gegenseitig zu berühren?
  • Haben Sie die Schaumstoff-Transportsicherungen vor Ablauf der ersten 12 Stunden entfernt?
  • Haben Sie die Pendelfeder überprüft?
  • Haben Sie die Vorspannung der Hammerkopffedern verändert?
  • Ist der Weiserstift richtig im oberen Schlitz der Pendelverlängerung positioniert?

Reparatur und Service

Bevor Sie sich an einen Reparaturdienst wenden, vergewissern Sie sich, daß alle Anweisungen, die mit Ihrer Uhr von
Kieninger geliefert wurden, sorgfältig befolgt worden sind. Die Bedienungsanleitung liefert Ihnen Informationen zur
Beantwortung aller üblicherweise auftretenden Fragen.

Vorgehensweise im Reparatur- und/oder Servicefall

Für den Fall, daß Ihre Uhr trotzdem nicht richtig funktioniert und eine Reparatur nötig erscheint, wenden Sie sich bitte an
den Fachhändler, von dem Sie Ihre Kieninger Uhr gekauft haben, oder setzen Sie sich mit der Kieninger Serviceabteilung in Verbindung.
Erfahrungsgemäß können die meisten Probleme rasch vor Ort gelöst werden, ohne daß die Uhr zur Reparatur eingeschickt werden muß.
Halten Sie eine Kopie der Originalrechnung oder einen sonstigen Kaufbeleg, die Informationen der Produktidentifikation und eine kurze
Beschreibung des Problems bereit.
Vor Rücksendung aller Uhren, Uhrenteile oder Zubehörteile an Kieninger ist eine entsprechende Rücksendegenehmigung
der Kieninger Serviceabteilung erforderlich. Ihre Uhr kann sonst nicht entgegengenommen werden.

Gewährleistungsausschlüsse

Es werden Ihnen gegebenenfalls Reparaturkosten berechnet, wenn kein Rechnungsbeleg oder sonstiger Beleg für das
Kaufdatum vorliegt, wenn Anweisungen dieser Bedienungsanleitung nicht befolgt worden sind, wenn die Gewährleistungsfristen abgelaufen sind oder sich die Uhr auf andere Weise außerhalb der Gewährleistungsfristen befindet.
Darüber hinaus sind die folgenden Leistungen bzw. Reparaturen und/oder Teile, um diese Leistungen auszuführen, grundsätzlich nicht durch die Gewährleistung abgedeckt und gehen zu Ihren Lasten.

Aufstellen der Uhr

Normalerweise ausreichende Aufstellungsanweisungen sind in diesem Heft enthalten.

Ölen und Reinigen des mechanischen Uhrwerks

Das Uhrwerk Ihrer Uhr ist ein feinmechanisches Produkt und erfordert je nach Umgebungsbedingungen periodisches Ölen und Reinigen. Bitte wenden Sie sich für diese Arbeiten an Ihren autorisierten Fachhändler.

Einstellung der Laufgeschwindigkeit (Ganggenauigkeit) und Uhrzeit

Normalerweise ausreichende Einstellanweisungen sind in diesem Heft enthalten.

Frachtschäden bei Direktauslieferung

Jeweils der Empfänger ist dafür verantwortlich, alle Frachtverluste oder -schäden direkt dem anliefernden Transportunternehmen zu melden.
Wenn der Karton Anzeichen von "sichtbaren Schäden" aufweist, lassen Sie den Fahrer diesen Schaden auf den Lieferpapieren vermerken. Wenn sich erst nach Öffnen des Kartons "verdeckte Schäden" zeigen, benachrichtigen Sie das Transportunternehmen und zeigen Sie den Schaden schriftlich innerhalb von sechs (6) Kalendertagen nach Empfang der Ware beim Transportunternehmen an.
Bei Nichtbenachrichtigung des Transportunternehmens innerhalb von sechs (6) Kalendertagen nach Empfang der
Ware kann es sein, daß Sie möglicherweise auf Schadenersatzansprüche verzichten müssen.

Sind Sie jedoch ein glücklicher Schmuckecke-Kunde, sprechen Sie uns einfach an.
Wir wissen warum die Kundenzufriedenheit so wichtig ist!

Kieninger Uhrenfabrik GmbH / Serviceabteilung
Brunnenstraße 37 /
78554Aldingen / Deutschland
Telefax: +49 (0)7424 883-200
E-Mail: service@kieninger.com
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